Die Wutachschlucht ist zweifelsohne eines der beliebtesten Ziele im südlichen Schwarzwald. Wunderschöne Natur, beeindruckende Felsformationen und einigermaßen leichte Zugänglichkeit machen sie für viele Wanderer interessant. Doch die engen Pfade in der Schlucht kommen mir im Sommer und an den Wochenenden leider häufig überfüllt vor. Wenn ich wandern gehe, möchte ich die Natur soweit wie möglich für mich alleine haben. Deshalb ziehe ich die benachbarte Gauchachschlucht der Wutachschlucht vor. Dort finde ich auch an schönen Wandertagen die Ruhe, die ich suche.

Ein Fluss, viele Namen

Die Wutachschlucht ist eine Schlucht im Naturpark Südschwarzwald in Baden-Württemberg. Sie ist bis zu 170 Meter tief und insgesamt mehr als 30 Kilometer lang. Der Fluss, der durch die Schlucht fließt, ist die Wutach. Sie entspringt eigentlich einer Quelle in der Nähe des Feldbergs. Dort heißt sie jedoch noch nicht Wutach sondern Seebach. Im weiteren Verlauf wechselt sie sogar nochmal ihren Namen zu Gutach, bevor sie dann schließlich zur Wutach wird. Erklären kann man sich das damit, dass sie erst ruhig und gemütlich – also gut – vor sich hin fließt und sich dann wild und wütend in die Schluchten stürzt. Letztendlich mündet die Wutach dann nicht weit entfernt vom schweizerischen Koblenz in den Hochrhein.

Die Wutachschlucht als beliebtes Ziel

Große Zahlen an Reisenden finden im Sommer und an den Wochenenden ihren Weg zur Wutachschlucht. Zahlreiche Wanderwege führen durch die verschiedenen Abschnitte der Schlucht und die Nebenschluchten. Auf verschiedenen Webseiten wie zum Beispiel der Seite unter diesem Link hier kann man sich über unzählige Details rund um die Wutach, ihre Nebenflüsse und die von ihnen gebildeten Schluchten informieren. Der Hauptteil der Wutachschlucht ist aufs Genauste vermessen, benannt und untersucht. Man sehe sich nur einmal die Wikipedia-Seite zur Wutachschlucht an. Über Felsformationen, Vegetation und historische Bedeutung der Schlucht ist dort außerordentlich viel zu finden.

Und so präsentiert sich mir die Wutachschlucht dann auch bei meinem letzten Besuch. Der Hauptwanderweg, der durch die Schlucht führt, ist teilweise selbst im Herbst so überfüllt, dass man an Brücken und den engen in den Fels gehauenen Wegabschnitten anstehen muss, um weiterzukommen. Viele Unfälle passieren auf dem rutschigen Gestein. An den Bäumen sind immer wieder Schilder angebracht, in welchem Sektor der Schlucht man sich gerade befindet. Die Bergwacht hat es so einfacher, die Verunglückten zu retten.

Rutschige Steine, viele Erdrutsche

Immer wieder haben in der Wutachschlucht Erdrutsche die Pfade blockiert, selbst ein Mast einer Stromleitung musste wegen Abrutschgefahr einmal entfernt werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier wirklich viel passiert. Die Felswände sind steil. Der Weg, den man an zahlreichen Stellen einfach in sie hinein gehauen hat, ist schmal und glitschig. Aneinander vorbei kommt man hier nicht so einfach. An einer Stelle mahnt eine Gedenktafel an den Tod eines Wanderers. Ich bin froh, dass ich mich schließlich auch für diese Wanderung für meine Bergstiefel entschieden habe und hier nicht in Sportschuhen herumlaufe. Doch selbst meine Lowa Innox (Affiliate-Link – was bedeutet das?), mit denen ich sonst äußerst zufrieden bin, kommen auf dem extrem rutschigen Untergrund an ihre Grenze. Es ist, als würde ich auf Eis gehen.

An einer Stelle in der Nähe des Kanadierstegs passiere ich einen eindrucksvollen Erdrutsch. Das Weiterkommen ist auf meiner Seite nicht mehr möglich. Zur Umgehung wurden zwei weitere Brücken über die Wutach errichtet. Die Wutachschlucht wirkt hier düster und bedrohlich. Von einem Wutachranger wird der Erdrutsch als gefährlich eingestuft, wie ich später in einem Zeitungsartikel lese.

Kanadiersteg in der Wutachschlucht

Anreise und Startpunkte

Der Einstieg in das Schluchtensystem aus Wutachschlucht und ihrer Nebenflüsse ist von verschiedenen Stellen aus möglich. So können Wanderungen zum Beispiel in Bonndorf Gündelwangen, Bachheim, Ewattingen, Rötenbach oder Blumberg begonnen werden. Am flexibelsten kommt man mit dem Auto zu den einzelnen Wanderparkplätzen, doch auch mit der Bahn ist die Wutachschlucht von Freiburg, Donaueschingen oder Lörrach aus gut zu erreichen. Ich selbst entscheide mich dieses mal dazu, mit dem Auto anzufahren. Mein Startpunkt ist der Wanderparkplatz an der Drei-Schluchten-Halle in Bachheim.

Mein Favorit: der Drei-Schluchten-Pfad

Vom Parkplatz an der Drei-Schluchten-Halle in Bachheim aus geht es ziemlich direkt in den Wald hinein und in die Wutachschlucht hinunter. Ich bewundere den herrlichen herbstlichen Wald und nach kurzer Zeit befinde ich mich schon unten am Boden der Schlucht an der Wutach. Sobald ich den Hauptwanderweg in der Schlucht betrete, ist es vorbei mit der ruhigen einsamen Wanderschaft. Zahlreiche große Wandergruppen laufen in beide Richtungen am Fluss entlang. An den engen Stellen gibt es Stau und es fällt mir nicht mehr ganz so leicht, die auch hier wunderschöne Landschaft zu genießen. Der Weg führt mich bis zum Kanadiersteg und der Mündung der Gauchach in die Wutach. Der Drei-Schluchten-Pfad verlässt nun den Hauptwanderweg wieder und führt weiter flussaufwärts in die Gauchachschlucht. Und hier gefällt es mir dann wieder sehr gut, die Menschenmassen bleiben zusammen mit der Wutach hinter mir zurück. Einsam und still fließt die Gauchach durch den Wald. Bis zum Naturfreundehaus in der Gauchachschlucht, der Burgmühle, begegne ich fast niemandem. Und noch eine Überraschung: Im Naturfreundehaus in der Gauchachschlucht kann man gut vegan und vegetarisch essen und es gibt kühles Bier zu angenehmen Preisen. Außerdem ist der Garten des Hauses wirklich schön.

Danach geht es weiter die Gauchach entlang, bis schließlich die Engeschlucht nach links abzweigt. Durch die Engeschlucht geht es dann ruhig und malerisch wieder zurück nach Bachheim. Zusammenfassend kann ich festhalten, dass mir der Abschnitt entlang der Gauchach in der Gauchachschlucht am besten gefällt. Dort fühle ich mich wohl, da es richtig schön ist und ich wenige Menschen treffe. Insgesamt dauert die Wanderung in meinem Tempo knapp drei Stunden, Pausen und Staunen nicht mitgezählt.

Herbst in der Gauchachschlucht

Die Gauchach

Tipps für Wanderungen im Schwarzwald

Eine schön gemachte Webseite nicht nur zum Thema Wandern im Schwarzwald ist hochschwarzwald.de. Dort kannst du zahlreiche Wanderungen finden. Auch in der Wutachschlucht und der Gauchachschlucht. Die Wanderungen sind nach Themen sortiert und bieten gute Beschreibungen. Die Seite ist insgesamt sehr schön aufbereitet. Auch den oben beschriebenen Drei-Schluchten-Pfad habe ich beispielsweise dort gefunden.

Wenn du dich für weitere Wanderungen in der Nähe von Wutachschlucht und Gauchachschlucht interessierst, ist der Rother Wanderführer Schwarzwald Süd (Affiliate-Link – was bedeutet das?) vielleicht etwas für dich.

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