Der Bodensee liegt mitten in Europa zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er ist ein beliebtes Reiseziel und eine wunderbare Heimat. Und er verzaubert mit seiner Schönheit – wer hier lebt, will nicht mehr weg. Erfahre auf dieser Seite, was der Bodensee ist und was ihn so besonders macht.

Inhalt:
Was ist der Bodensee überhaupt?
Die Bodensee-Fakten
Das Wasser
Die Inseln
Geschichtliches
Städte am Ufer des Bodensees
Besondere Orte am Bodensee
Natur und Landschaft
Schifffahrt auf dem Bodensee
Die Umgebung des Bodensees
Der Bodensee in Kunst und Literatur
Bodensee-Reiseführer
Gute Ausgangspunkte
Anreise

Was ist der Bodensee überhaupt?

Der Bodensee ist mit Abstand der größte See in Deutschland. Denn er hat eine Fläche von 536 Quadratkilometern. Der zweitgrößte See Deutschlands ist mit 113 Quadratkilometern der Chiemsee in Bayern. Also ist der Bodensee mehr als viermal so groß. Außerdem ist der Bodensee der tiefste See in Deutschland. An seiner tiefsten Stelle ist er 251 Meter tief. Das heißt, er ist fast doppelt so tief, wie der zweittiefste deutsche See, der Starnberger See, der ebenfalls in Bayern liegt. Der Bodensee grenzt an drei Länder: an Deutschland, an Österreich und an die Schweiz. Findige Marketing-Strategen haben die Bodenseeregion Vierländerregion getauft. Doch ich sehe weit und breit kein viertes Land. Gemeint ist das Fürstentum Liechtenstein, das sich aber rund 20 Kilometer entfernt vom Bodensee befindet.

In Deutschland haben die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern Teil am Bodenseeufer. Freundliche Weinberge, die erloschenen Vulkane des Hegaus, die Hügel des Alpenvorlandes und die schneebedeckten Gipfel der Alpen schaffen dem Bodensee eine herrliche Kulisse. Deshalb gehört die Region zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland. Und auch wer hier einmal gewohnt hat, will selten irgendwann mal wieder weg.

Die größte Stadt am See ist Konstanz. Sie liegt am Seerhein, der die beiden Teile des Bodensees miteinander verbindet. Denn eigentlich ist der Bodensee ein Zusammenschluss von zwei Seen, dem großen Obersee und dem kleineren Untersee. Zufluss und Abfluss des Sees ist der Rhein. Bei Konstanz fließt der Rhein aus dem Obersee und wird erst nach etwa drei Kilometern wieder zum Untersee.

Die Bodensee-Fakten

Einige Informationen zum Bodensee, kurz und knapp…

  • Größter See Deutschlands: Fläche von 536 Quadratkilometern
  • Tiefster See Deutschlands: 251 Meter tief
  • Höhe über dem Meeresspielgel: 395 Meter
  • Länge: 63 Kilometer
  • Breite: 14 Kilometer
  • Angrenzende Länder: Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern), Österreich, Schweiz
  • Zu- und Abfluss: Rhein
  • Drittgrößter See Mitteleuropas

Das Wasser

Kürzlich habe ich in der Speisekarte eines Restaurants eine Entschuldigung gelesen. Man hat sich dafür entschuldigt, dass die Auswahl an serviertem Fisch eingeschränkt ist. Der Grund: Das Bodenseewasser ist zu sauber. Deshalb gäbe es weniger Fische. In der Tat habe ich das schon von verschiedenen Stellen gehört. Die Wasserqualität des Sees ist anscheinend herausragend. Ich weiß nur, wenn ich ins Wasser des Bodensees schaue, dann sehe ich den Boden auch noch in größerer Tiefe. Und zwar ziemlich klar. Übrigens bin ich strikt dagegen, Fische zu essen. Sie sind Lebewesen wie du und ich und wollen vermutlich überhaupt nicht leiden oder ermordet werden.

Das war nicht immer so, zwischen 1960 und 1980 drohte der See umzukippen. Zahlreiche Maßnahmen konnten das verhindern und seit nun schon längerer Zeit wird das Wasser wieder sauberer.

Wichtiger Trinkwasserlieferant

Heute ist der Bodensee ein wichtiger Trinkwasserlieferant. Und das nicht nur für die Bodenseeregion, sondern weit darüber hinaus. Bis nach Stuttgart wird das Seewasser gepumpt. Und sogar noch weiter nach Norden, weiter als Heilbronn. Rund 200 Kilometer weit entfernt wird noch Wasser aus dem Bodensee getrunken. Beeindruckend. Wenn du mehr über den Weg des Wassers aus dem Bodensee erfahren willst, schau doch mal hier vorbei. Übrigens wird das Wasser an einer Entnahmestelle im Überlinger See entnommen.

Zufluss und Abfluss des Bodensees

Der Rhein fließt sowohl bei Altenrhein als auch bei Fußach in den Bodensee. Denn es gibt einen alten Rhein und einen neuen, befestigten Rhein. Der alte, ursprüngliche Rhein schlängelt sich die letzten Kilometer an Altenrhein vorbei, während der neue Rhein bei Fußach die weithin sichtbare Rheinmündung in den Bodensee formt.

Aus dem Bodensee heraus fließt der Rhein dann bei Stein am Rhein. Auf dem Weg dorthin wird der Untersee immer schmaler, die Hügellandschaft ist hier besonders schön. Nicht weit hinter Stein am Rhein, nämlich in Schaffhausen liegt dann der äußerst beeindruckende Rheinfall.

Stein am Rhein

Die Inseln

Im Bodensee liegen einige Inseln, die teilweise ziemlich bekannt sind. So ist die Insel Mainau bekannt für ihre Blumenpracht, die Insel Reichenau für ihr Gemüse und die Insel Lindau für ihre Hafeneinfahrt.

Die Insel Reichenau

Die mit Abstand größte Insel im Bodensee ist die Insel Reichenau. Sie ist rund vier Quadratkilometer groß. Auf der Reichenau leben etwa 3.000 Menschen. Überall stehen Gewächshäuser, in denen das berühmte Gemüse und der berühmte Salat wachsen. Das Klima ist hier besonders günstig. Das Wasser des Bodensees sorgt für ausgeglichene Temperaturen, der Alpenföhn bringt warme Luft und die Sonne scheint häufig.

Die Reichenau liegt im Untersee, also dem kleineren Bodensee-Teil, im Landkreis Konstanz und ist mit dem Festland durch eine Brücke verbunden. Die Straße auf die Insel führt durch eine markante Allee, nämlich die sehr auffällige Pappelallee.

Blick über den Untersee mit der Reichenau

Die Insel Mainau

Neben der Insel Reichnenau ist auch die Insel Mainau weltbekannt. Und zwar für ihre Blumen. Die Mainau liegt im Stadtgebiet von Konstanz im Überlinger See, einem Teil vom Obersee. Aufwändig angelegte Parks und Gärten, Gastronomiebetriebe und ein Schloss locken BesucherInnen aus der ganzen Welt reisebusweise an. Doch ein Besuch lohnt sich wirklich. Am besten, man kommt, wenn es langsam Abend wird oder unter der Woche. Und nicht nur die Gärten und Parks sind schön. Denn die Mainau liegt zudem an einer malerischen Stelle im Bodensee. So kannst du zum Beispiel in einem Strandkorb liegen und bei klarer Sicht hinter dem Bodensee die Alpen bewundern.

Öffnungszeiten: ganzjährig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Preise: Derzeit kosten Erwachsene im Sommer 21,50€ und im Winter 10€. Im Sommer kann ab 17:00 Uhr das Sonnenuntergangsticket zum halben Preis erworben werden. Verschiedene Ermäßigungen werden angeboten

Weitere Informationen zur Insel Mainau gibt es unter mainau.de.

Die Insel Lindau

Im Gegensatz zu Reichenau und Mainau liegt die Insel Lindau im östlichen Teil des Obersees und gehört damit zu Bayern. Lindau ist nicht nur der Name der Insel, sondern auch eine Stadt mit rund 25.000 EinwohnerInnen. Auf der Insel befindet sich die Altstadt von Lindau. Etwa 3.000 Mesnchen leben dort. Besonders bekannt ist Lindau für seine schöne Hafeneinfahrt, die eine der schönsten vom ganzen Bodensee ist. Auf der einen Seite der Hafeneinfahrt befindet sich die Statue eines Löwen, auf der anderen Seite ein malerischer Leuchtturm.

Die Halbinsel Bodanrück

Der Bodanrück liegt zwischen Überlinger See und Untersee. An seiner östlichen Spitze liegt das Strandbad Horn in Konstanz. Die Landschaft erhebt sich auf dem Bodanrück auf fast 700 Meter über dem Meeresspiegel. Von verschiedenen Stellen hat man eine großartige Aussicht über den Bodensee und auf die Alpen. Ein besonders schöner Aussichtspunkt ist der Sophienberg bei Langenrain. Von dort aus liegt das Schloss Freudental wunderbar im Blick, wenn du in Richtung der Alpen hinter dem Bodenseee schaust.

Auf der Norseite des Bodanrücks, also in Richtung des Überlinger Sees, gibt es einige Schluchten. Denn die Hügel fallen hier relativ steil ab. Die bekannteste dieser Schluchten ist die Marienschlucht. Sie ist aber bis auf weiteres für BesucherInnen gesperrt. Der Zugang ist zu gefährlich.

Majestätisch thront die Ruine Altbodmann über dem Wald am westlichen Rand der Halbinsel Boanrück. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erbaut, heute sind noch ein paar Mauern übrig, die man über Wanderwege gut erreichen kann.

Auf dem Bodanrück am Bodensee

Die Halbinsel Höri

Die Halbinsel Höri liegt zwischen Radolfzell und Stein am Rhein im Bodensee. Interessant ist, dass die Halbinsel im Bodensee in der Zeit des Nationalsozialismus zu einem wichtigen Ort für zahlreiche KünstlerInnen wurde. Denn die Schweiz ist nicht weit und für die KünstlerInnen, deren Kunst von diesen Nazivollidioten als entartet bezeichnet wurde, hätten so im Fall des Falles schnell in die Schweiz fliehen können. Auch (vorerst – bitte immer schön etwas dagegen tun!) nach der Zeit des Nationalsozialismus blieb die Höri ein bei KünstlerInnen beliebter Ort. Das ist bis heute so. Zum Beispiel Hermann Hesse hielt sich eine Zeit lang auf der Höri am Bodensee auf.

Die Halbinsel Mettnau

Die Halbinsel Mettnau liegt bei Radolfzell im Bodensee. Sie ist etwas mehr als drei Kilometer lang. Dabei besteht sie zu einem großen Teil aus Naturschutzgebiet. Von einem Aussichtsturm aus kannst du die Bodenseelandschaft betrachten. Außerdem befinden sich einige Kur- und Klinikgebäude auf der Halbinsel.

Auf dem Floericke-Weg kannst du zu Fuß durch das Naturschutzgebiet gehen.

Geschichtliches

Schon immer wussten die Menschen, dass der Bodensee und seine Umgebung eine besondere Gegend sind. Deshalb ist hier im Laufe der zeit auch viel passiert. Ein paar Eckdaten der Geschichte der Region:

  • Im Rahmen des Alpenfeldzugs der Römer wurde das Bodenseegebiet in den Jahren 16 und 15 v. Chr. ins Römische Reich eingegliedert. Angeblich gab es dabei sogar eine Seeschlacht auf dem Bodensee.
  • Karten vom Bodensee sind ab 1540 bekannt
  • Vom 5. November 1414 bis 22. April 1418 fand das Konstanzer Konzil statt. Das heutige Konzilgebäude ist eigentlich ein mittelalterliches Warenlager, in dem das Konklave zur Wahl des neuen Papstes während des Konstanzer Konzils stattfand.
  • Am 8. November 1939 wurde Georg Elser in Konstanz am Grenzübergang zu Kreuzlingen verhaftet und anschließend von den Nazivollidioten ermordet. Georg Elser hatte am gleichen Tag im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler versucht und war im Begriff gewesen, in der Schweiz Schutz zu suchen.

Städte am Ufer des Sees

Laut der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 zählen nur Städte mit mindestens 100.000 EinwohnerInnen zu den Großstädten. Damit liegt am Bodensee keine einzige Großstadt. Das ist gut so, denn was sollte der schöne See auch mit einer Großstadt anfangen?

Die meisten der etwas größeren Städte liegen am deutschen Bodenseeufer. Die einzigen Universitätsstädte am Bodensee sind Konstanz und Friedrichshafen.

Liste der Städte am Bodensee nach Einwohnerzahl:

  • Konstanz (D): ca. 84.000 EinwohnerInnen
  • Friedrichshafen (D): ca. 60.000 EinwohnerInnen
  • Radolfzell (D): ca. 31.000 EinwohnerInnen
  • Bregenz (A): ca. 30.000 EinwohnerInnen
  • Lindau (D): ca. 25.000 EinwohnerInnen
  • Überlingen (D): ca. 23.000 EinwohnerInnen
  • Kreuzlingen (CH): ca. 22.000 EinwohnerInnen

Konstanz

Konstanz ist die größte Stadt am Bodensee und damit für mich die Bodensee-Hauptstadt. Das Leben in Konstanz ist eng mit dem Bodensee verbunden, denn die Stadt ist von fast allen Seiten von Wasser umgeben. Nähere Informationen zu Konstanz und seiner Umgebung findest du in meinem Artikel Konstanz – Die Bodensee-Hauptstadt. Deshalb gehe ich hier nicht mehr näher auf Konstanz ein.

Bregenz

Bregenz liegt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Gleichzeitig ist Bregenz auch dessen Landeshauptstadt. Bregenz liegt an der östlichsten Seite des Bodensees und direkt dahinter geht es nach oben in die Alpen. Der Hausberg von Bregenz ist der Pfänder. Von seinem Gipfel aus hat man eine schöne Aussicht über den See. Außerdem gibt es in Bregenz ein interessantes Kunstmuseum, das Kunsthaus Bregenz.

Unter anderem auf einer Bühne im Bodensee finden jedes Jahr die Bregenzer Festspiele statt. Diese Festspiele sind ein Kulturfestival, das teilweise von über 200.000 Menschen besucht wird.

Lindau

Das Besondere an Lindau ist seine Lage auf der gleichnamigen Insel. Schon von weitem ist die bekannte Hafeneinfahrt zu sehen, wenn man sich der Stadt auf dem Bodensee mit dem Schiff nähert. Die Hafeneinfahrt ist das Wahrzeichen Lindaus. Der Leuchturm der Hafeneinfahrt kann übrigens bestiegen werden, was bei klarem Wetter mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt wird.

Zwei weitere Türme sind in Lindau einen Besuch wert, weil sie so hübsch aussehen: Der Diebesturm und der Mangturm. Der Mangturm liegt nahe des Hafens am Bodensee.

Meersburg

Meersburg mit seinen rund 6.000 EinwohnerInnen ist für mich einer der schönsten Orte am Bodensee. Das mittelalterliche Städtchen liegt wunderschön in den Weinbergen des nördlichen Seeufers. Die bunten Häuser und die engen Gassen sind herrlich! Vom Schlossgarten aus hat man eine tolle Aussicht über den See und auf die Alpen. Und das beste: In Meersburg gibt es eine gut erhaltene mittelalterliche Burg, die Burg Meersburg. Sie ist eine Ritterburg wie aus dem Bilderbuch und wirkt vor der malerischen Kulisse des Bodensees umso imposanter. Die Besichtigung der Burg Meersburg ist eins der Dinge, die ich bei einem Bodensee-Besuch unbedingt empfehle.

Stein am Rhein

Stein am Rhein liegt in der Schweiz und ist das Ende des Bodensses. Von hier an fließt der Rhein weiter nach Schaffhausen, den Rheinfall hinunter und irgendwann in die Nordsee. Stein am Rhein hat rund 3.000 EinwohnerInnen und liegt im Kanton Schaffhausen. Für Reisende ist in dem Städtchen vor allem die gut erhaltene Altstadt interessant. Außerdem ist die Insel Werd sehr schön, die vor Stein am Rhein im Bodensee liegt.

Radolfzell

Radolfzell liegt am westlichen Rand des Bodensees und gehört zum Landkreis Konstanz. Von hier aus lässt sich die Halbinsel Mettnau erkunden. Während des Nationalsozialismus hatten die Arschgeigen von der SS einen beduetenden Stützpunkt in Radolfzell. Außerdem war Radolfzell ein Außenkommando des Konzentrationslagers Dachau. Noch heute kann der alte SS-Schießstand im Wald bei Radolfzell besichtigt werden.

Friedrichshafen

Friedrichshafen ist die zweitgrößte Stadt am Bodensee. Bekannt ist sie vor allem für den Zeppelin. Zwar stammte Graf Ferdinand von Zeppelin eigentlich aus Konstanz. Die Produktion seiner Luftschiffe legte er allerdings auf die andere Bodenseeseite. Die Industrialisierung Freidrichshafens geht also stark auf die Zeppelin-Produktion zurück. Auch heute kann man von Friedrichshafen aus mit dem Zeppelin fliegen. Der Zeppelin ist ein häufig im Himmel über dem Bodensee zu bestaunendes Objekt. Die Betreiber bieten verschiedene Rundflüge über den Bodensee an, die kürzesten kosten etwa 250€. Näheres dazu kannst du hier erfahren.

Besondere Orte am Bodensee

Am Bodensee und in seiner Umgebung gibt es zahlreiche interessante und wunderschöne Orte. Im Folgenden eine kleine Auswahl.

Das Hörnle in Konstanz

Vom Konstanzer Hörnle – eigentlich Strandbad Horn – kann ich nicht genug bekommen. Zwar ist das öffentliche Strandbad am Wochenende im Sommer meistens ziemlich überfüllt. Doch diese Zeiten lassen sich ganz gut umgehen, indem man abends, unter der Woche oder in den anderen Jahreszeiten kommt. Und was macht das Hörnle so besonders? Ganz einfach: seine Lage im Bodensee. Ganz am Ende der Halbinsel Bodanrück liegt die Landspitze tief im See. Nörlich liegt der Überlinger See, südlich die Konstanzer Bucht. Vor einem nur noch die Weite des Bodensees. Am anderen Ufer sieht man Meersburg mit seiner Burg und seinem Schloss. Man sieht die Weinberge und die sanften Hügel. In die andere Richtung sieht man Konstanz und die Hügel hinter Kreuzlingen. Wieder dahinter die Hügel des Schweizer Voralpenlandes. Und zur Krönung hinter dem Bodensee in circa 60 Kilometern Entfernung beginnen die Alpen. Von den Allgäuer Alpen bis zum Schweizer ALpstein-Massiv sieht man an klaren Tagen. Die Weite der Landschaft ist beeindruckend, das Wetter zeigt hier oft ein herrliches Schauspiel.

Und hier liegt das Strandbad Horn.

strandbad-horn-bodensee

Der Schiffsanleger von Altnau

Der Steg von Altnau ist etwas Besonderes. Er liegt nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt und ist der längste Steg im ganzen Bodensee. Und das beste ist, er ist nicht nur lang. Nein, du hast einen wunderbaren Blick auf die gegenüberliegende Seite des Bodensees und auf die „Skyline“ von Konstanz vor den Bergen des Hegaus. Außerdem kannst du auch die Alpen mal wieder sehen.

Die Zahnradbahn Rorschach-Heiden

Eine Fahrt mit der Zahnradbahn von Rorschach nach Heiden und zurück ist ganz nett! Seit 1875 fahren die Züge etwa 400 Meter nach oben in die Hügel. Die schönen roten Wagen sind teilweise offen. So steht der Aussicht über die Bodenseelandschaft nichts im Wege.

Kleiner Tipp übrigens: Die Zahnradbahn fährt ab Rorschach Hafen nach Heiden und dann wieder zurück. Man kann am Rorschacher Hauptbahnhof auf die zurückfahrende Bahn warten und einsteigen. So erhöht man die Chance auf einen tollen Sitzplatz.

Die Pfahlbauten bei Unteruhldingen

Bei Unteruhldingen am Überlinger See stehen die Pfahlbauten. Diese Bauten sind Nachbauten von Behausungen, wie sie in der Steinzeit und der Bronzezeit am Bodensee und verschiedenen anderen Seen in der Alpenregion verwendet wurden. Auf langen Holzpfählen stehen die Häuser im Wasser und können besichtigt werden. Die Pfahlbauten von Unteruhldingen sind ein beliebtes Ziel und die Forschung über vergangene Zeiten kann in ihnen wunderbar erlebt werden.

Nähere Informationen findest du auf der Webseite der Pfahlbauten: www.pfahlbauten.de

Natur und Landschaft

Der Bodensee ist wirklich reich an Naturschutzgebieten und schönen Landschaftsabschnitten. Ein paar möchte ich hier vorstellen.

Das Wollmatinger Ried

Das Wollmatinger Ried liegt zwischen Konstanz, Hegne und der Reichenau an den Ufern von Seerhein, Untersee und Gnadensee. Hier lässt sich eine Idee davon gewinnen, wie das Bodenseeufer in seinem ursprünglichen Zustand aussieht. Besonders beliebt ist die Landschaft des Naturschutzgebiets im Wollmatinger Ried bei VogelbeobachterInnen. Der NABU kümmert sich um die Pflege des Wollmatinger Rieds und unterhält im ehemaligen Bahnhof der Reichenau ein Naturschutzzentrum mit Ausstellung.

Die Rheinmündung

Die Bodensee-Rheinmündung besteht aus zwei Landzungen, die am österreichischen Bodenseeufer weit in den Bodensee hineinreichen. Es ist schön, in den Wäldern herumzulaufen und sich auf Informationstafeln über die Landschaft zu informieren. Von der Spitze der Landzunge hast du außerdem einen wunderbaren Blick auf die Alpen hinter dem Bodensee. Und irgendwie ist es meditativ, mitten ins Wasser hineinzulaufen. Wenn du mehr über die Rehinmündung erfahren willst, lies doch einfach meinen Artikel darüber.

Das Eriskircher Ried

Das Eriskicher Ried ist eines der größten Naturschutzgebiete am Bodensee. Es liegt zwischen Friedrichshafen und Langenargen am Obersee. Die Auenwälder und die alten Flussarme der Schussen bieten vielen Pflanzen und Tieren einen natürlichen Lebensraum.

Auf dem sogenannten Bodenseepfad kann man das Eriskircher Ried erkunden. Weitere Informationen findest du außerdem hier.

Die Weinberge von Meersburg

Wenn du die Ruhe der Landschaft des Bodensees finden willst, sind die Weinberge bei Meersburg ein geeigneter Ort. Auf Feldwegen kannst du am Ufer oder in der Höhe gehen und dabei den Blick über den Bodensee und die gegenüberliegende Uferseite und bei klarem Wetter über die Alpen schweifen lassen. Ruhig liegen ein paar Weingüter zwischen den Reben. Außerdem liegt einige Meter über dem Wasser des Sees die Deutsche Kriegsgräberstätte Meersburg-Lerchenberg. Sie erinnert an im ersten Weltkrieg gestorbene Soldaten. Von ihren Mauern aus hat man eigentlich den besten Blick.

Eine kleine Rundwanderung zwischen Meersburg und dem benachbarten Hagnau ist der Weinkundeweg. Nähere Informationen dazu findest du hier.

Der Überlinger See

Der Überlinger See ist der nordwestliche Teil des Bodensees und wirkt fast ein wenig wie ein Fjord. Er nimmt knapp ein Achtel der Gesamtfläche des Bodensees ein. Im Sommer schimmert das Wasser des Sees türkis vor sich hin, die kleinen Wellen plätschern sanft ans Ufer. Der Überlinger See wirkt von allen Seeteilen am ruhigsten. An den steilen Hängen des Bodanrücks befinden sich nur wenige Ortschaften. Zwischen Überlingen und Wallhausen verkehrt eine kleinere Schifffahrtslinie. Ab Überlingen fahren die Schiffe der Bodenseeschifffahrtsbetriebe. Ein schöner Ort, um die Ruhe des Überlinger Sees zu genießen, ist das Strandbad Klausenhorn zwischen Wallhausen und Dingelsdorf.

Am Überlinger See

Aussichtspunkte

Viele weitere schöne Aussichtspunkte liegen am Bodensee. Besonders lohnenswert sind Besuche bei ihnen selbstverständlich bei klarem Wetter, damit die Weite der Landschaft und die Kulisse der Alpen vollends zur Geltung kommen.

Künstliche Aussichtspunkte

Eigentlich hat man schon zum Beispiel von der Konstanzer Seestraße aus eine schöne Sicht auf die Landschaft, aber es geht noch besser. In der mittelalterlichen Altstadt liegt das Münster. Den Münsterturm von Konstanz kannst du von März bis Oktober besuchen.

Etwas weiter außerhalb liegt der Otto-Moericke-Turm, der ehemalige Wasserturm von Allmannsdorf. In ihm befindet sich heute eine Jugendherberge. Von seiner Aussichtsplattform aus hast du einen beeindruckenden Ausblick. Informiere dich aber am besten vorab bei der Jugendherberge über die Öffnungszeiten des Turmes. Denn der Turm ist nur an bestimmten Tagen besuchbar.

Ein einfach zu erreichender Aussichtspunkt ist die Schlossterrasse in Meersburg. Hier kannst du den Bodensee bewundern, wenn du zum Beispiel gerade die Burg Meersburg besichtigst.

Sowohl am Hafen von Lindau als auch am Hafen von Friedrichshafen lässt sich ein Turm besteigen. In Lindau ist es der Leuchtturm der Hafeneinfahrt (Preis 2,10€) und in Friedrichshafen der Moleturm (kostenlos).

Natürliche Aussichtspunkte

In Konstanz kannst du im Stadtteil Königsbau den Bismarckturm besuchen. Zwar ist eine Besteigen des Turmes derzeit nicht möglich, aber auch von der Plattform zu seinen Füßen aus hast du eine gute Sicht über Konstanz, die Konstanzer Bucht und auf die Alpen.

Wie schon erwähnt befindet sich auf dem Bodanrück ein sehr guter Aussichtspunkt auf dem Sophienberg bei Langenrain. Nicht weit davon entfernt liegt außerdem der Schneckenberg. Von seinem kahlen kleinen Gipfel aus ist richtig viel Landschaft um den Bodensee herum zu sehen. Um zum Schneckenberg zu finden, folge einfach in Liggeringen der Straße hinter dem Gasthaus Germania in Richtung Grillplatz Brand. Von dort aus ist der Schneckenberg schon zu sehen.

Bei Litzelstetten befindet sich der Aussichtspunkt Purren. Zwar gibt es hier seit dem zweiten Weltkrieg keinen Aussichtsturm mehr, zu sehen ist aber trotzdem viel.

Auf der Insel Reichenau befindet sich der kleine Hügel Hochwart. Oben befindet sich die Werkgalerie Hochwart, wo es auch Kaffee zu trinken gibt.

Ganz auf der anderen Seite des Sees bei Bregenz liegt der Pfänder. Und der Pfänder ist wohl einer der besten Orte, um am Bodensee eine schöne Aussicht zu genießen. Von seinem 1.064 Meter hohen Gipfel aus liegen nicht nur der See und die Schweizer Alpen im Blick, sondern auch weite Teile der Vorarlberger Alpen. Auf den Pfänder kommst du mit einer kurzen Seilbahnfahrt oder einer knapp zweistündigen Wanderung. Nähere Informationen dazu findet du hier.

Oberhalb von Sipplingen am Überlinger See liegt der Haldenhof. Neben einem Bier im Biergarten kann man hier die Aussicht über den Überlinger See genießen.

Eine ähnliche Perspektive wie in den Weinbergen von Meersburg und Hagnau findest du schließlich auf dem Aussichtspunkt Hohberg in Immenstaad.

Schifffahrt auf dem Bodensee

Die Schiffahrt auf dem Bodensee blickt auf eine lange Tradition zurück. In vergangener Zeit diente der Schiffsverkehr vorrangig dem Handel und der Fischerei. Beides spielt heutzutage eine untergeordnete Rolle. Stattdessen sind die Schifffe der sogenannten Weißen Flotte vor allem im Einsatz, um Reisenden ein paar schöne Erinnerungen zu schenken. Ausnahme sind die beiden Fährlinien zwischen Konstanz und Meersburg und zwischen Friedrichshafen und Romanshorn.

Und tatsächlich ist eine ausführliche Schifffahrt über den Bodensee die vielleicht schönste Art, die Landschaft zu erkunden. Dazu stehen viele verschiendene Linien und unterschiedliche Schiffe zur Verfügung. Insgesamt werden von den deutschen, österreichischen und schweizer Schifffahrtsgesellschaften mehrere Dutzend Motorschiffe auf dem Bodensee betrieben. Eine Fahrt von Konstanz aus bis nach Bregenz dauert knapp vier Stunden und es ist wirklich toll, die Landschaft gemächlich an sich vorbeiziehen zu sehen. Die einfache Fahrt kostet dabei knapp 20€. Auch sehr schön ist die Fahrt von Konstanz nach Schaffhausen. Eine solche Fahrt dauert knapp fünf Stunden und kostet rund 50€.

Die Umgebung des Bodensees

Die Bodenseeregion ist sehr abwechslungsreich und landschaftlich äußerst reizvoll. Von sanften Hügellandschaften bis zum Hochgebirge ist alles zu finden. Außerdem liegen einige interessante Städte in der näheren Umgebung.

Das Alpenvorland

Das Alpenvorland liegt in der Schweiz zwischen Bodensee und dem Hochgebirge. An vielen Stellen findest du wunderschöne Wanderwege und malerische Landschaft. Das Einzigartige daran ist, dass der Blick stets in zwei Richtungen reicht. Die eine Richtung sind die dramatischen schneebedeckten Berge der Alpen und die andere Richtung ist die friedliche Ruhe des Bodensees.

Besonders empfehlenswert sind hier zum Beispiel die Wanderungen auf die Hochalp, auf die Hundwiler Höhi, die Tweralpspitze oder die Ruine Schauenberg.

Bodensee von der Hundwiler Höhi aus gesehen

Bodenseeumgebung mit Säntis

Der Hegau

Der Hegau ist eine ehemalige Vulkanlandschaft nordwestlich des Bodensees. Charakteristisch für sein Aussehen sind die Kegel der erloschenen Vulkane. Auf den meisten davon stehen übrigens die Ruinen mittelalterlicher Burgen. Auch von den Hegaubergen hast du oft eine wunderbare Aussicht über die Bodenseelandschaft. Die größte und am besten erhaltene Ruine ist die Festung Hohentwil bei Singen. Sie lässt sich zu den Öffnungszeiten besichtigen.

Voarlberg

Auch in den Bergen Vorarlbergs gibt es zahlreiche Wanderwege. Nahe des Bodensees bei Dornbirn befinden sich außerdem die beiden Schluchten Rappenloch und Arsch… äh Alploch. Beide lassen sich (außer in den Wintermonaten) auf einigermaßen bequemen Wegen erkunden. Nicht weit ist dann auch der kleine Berg Karren, von dem aus du wieder eine sehr gute Aussicht hast.

Rappenlochschlucht in Vorarlberg

St. Gallen

Rund zehn Kilometer südlich des Bodensees liegt die schweizer Stadt St. Gallen mit knapp 80.000 EinwohnerInnen. Besonders interessant ist in St. Gallen die Stiftsbibliothek des ehemaligen Benediktinerstifts St. Gallen. Sie gehört zu den wichtigsten historischen Bibliotheken der ganzen Welt.

Der Bodensee-Hausberg Säntis

Fast überall vom Ufer des Bodensees aus zu sehen ist der Säntis. Der Säntis ist mit 2.502 Metern Höhe der höchste Gipfel des Alpstein-Massivs und so etwas wie der Hausberg des Sees. Seinen Gipfel ereicht man zum Beispiel durch eine knapp vierstündige Wanderung von der Schwägalp aus. Die Schwägalp ist außerdem die Talstation der Seilbahn, mit der man bei nicht vorhandener Wanderlust auf den Gipfel fahren kann.

Zürich

In einer Stunde Fahrt entweder mit dem Auto oder mit dem Bus lässt sich die größte Stadt der Schweiz erreichen. Zürich hat rund 400.000 EinwohnerInnen und kulturell sehr viel zu bieten. Achtung, das Preisniveau ist im Vergleich mit Deutschland sehr hoch! Übrigens hat Zürich seinen eigenen See, der zwar nicht ganz so groß ist wie der Bodensee, aber dennoch ziemlich schön ist.

Zürich

Der Bodensee in Kunst und Literatur

Mir selbst ist der Bodensee bisher in Kunst und Literatur selten begegnet, hier freue ich mich also über Anregungen. Seit 2002 gibt es jedenfalls einen Bodensee-Tatort, den ich selbst aber so gut wie nie gesehen habe. Außerdem ist der See Schauplatz des Fernsehfilms Das Biest im Bodensee.

Der bedeutende Schriftsteller Martin Walser stammt aus Wasserburg am Bodensee. Auch heute lebt er in der Region und der See ist auch Thema in seinen Werken, von denen ich bisher allerdings keines gelesen habe.

Bodensee-Reiseführer

Ein wie ich finde guter Reiseführer für Konstanz und die restliche Bodenseeregion ist der Reiseführer Bodensee von Michael Müller (Affiliate-Link – was bedeutet das?).

Als Wanderführer kann ich die beiden Rother Wanderführer für den Bodensee empfehlen: Rother Wanderführer Bodensee Nord für Wanderungen am nördlichen Bodenseeufer und in Oberschwaben und Rother Wanderführer Bodensee Süd für Wanderungen am südlichen Bodenseeufer und in Thurgau, St. Gallen, dem Appenzeller Land und in Vorarlberg (Affiliate-Links – was bedeutet das?).

Gute Ausgangspunkte

Als Ausgangspunkt für das Erkunden des Bodensees kann ich Konstanz empfehlen. Erstens ist die historische Altstadt von Konstanz ein Ort, an dem man sich einfach wohlfühlt. Zweitens liegt Konstanz im Zentrum der Bodenseeregion und ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Alle wichtigen Schifffartslinien fahren den Hafen von Konstanz an und die Stadt besitzt einen Bahnhof, von dem aus man auch sehr gut in die Schweiz kommt.

Wunderschön gelegen in Konstanz ist zum Beispiel das Inselhotel (Affiliate-Link – was bedeutet das?) am Rande der Altstadt auf einer kleinen Insel. Darüber hinaus hat das Hotel eine sehr angenehme Bar.

Etwas günstiger geht auch. Zum Beispiel im City Hotel (Affiliate-Link – was bedeutet das?), das auch recht zentral liegt.

Anreise

Da der Bodensee so groß ist, ist er nicht besonders schwer zu finden. Mit dem Auto von Norden kommend ereicht man den See meist auf der Autobahn A81 von Stuttgart Richtung Singen. Von Stuttgart aus sind es ungefähr zwei Stunden Autofahrt. Das letzte Stück geht dann entlang des Untersees bis nach Konstanz. Hier lässt sich dann schon erkennen, was dich Schönes erwartet.

Mit dem Zug erreicht man Konstanz zum Beispiel von Karlsruhe aus in drei Stunden Fahrt mit der Schwarzwaldbahn – ohne Umsteigen, sehr zu empfehlen. Der nächste größere Flughafen liegt in Zürich. Von dort aus dauert es mit dem Auto etwa eine Stunde bis zum See.

Konstanz hat mehrere FlixBus-Haltestellen, deshalb ist der Bodensee auch günstig mit dem Bus sehr gut zu erreichen. Eine Fahrt von Berlin aus ist teilweise schon für unter 30 Euro möglich.

Von Konstanz aus kann man übrigens Italien in unter vier Stunden Autofahrt erreichen.

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