Der Tayrona-Nationalpark in Kolumbien, zu Füßen der Sierra Nevada de Santa Marta, gilt als eines der Highlights einer Reise entlang der Karibikküste. Die Formulierungen der Reiseveranstalter schlagen Purzelbäume, jeder Reiseführer schreibt davon, der Tayrona-Nationalpark sei das beste, was Du in Kolumbien machen kannst und auch unbedingt sollst. Der dichte Dschungel kröche hier die Berge herunter bis dicht an die Wellen des Meeres. Affen, Schlangen, unberührte Natur, das alles gäbe es hier und soweiter und so weiter – ich habe sowas von genug von diesen Floskeln, ich habe sie schon tausend Mal gelesen, überall ist es das gleiche.

Doch aus lauter Angst, doch noch etwas Wichtiges zu verpassen, mieten wir uns dann schließlich trotzdem für drei Nächte lang eine Hütte im Dschungel ganz in der Nähe vom Haupteingang des Tayrona-Nationalparks bei El Zaino und machen von dort aus zwei Tagestouren in den Park hinein. Vieles von dem, was ich befürchte, findet sich bestätigt und was Dich dort erwarten wird und warum es dann schließlich doch ein tolles Erlebnis wird, erfährst Du, wenn Du weiterliest.

Ankunft am Tayrona-Nationalpark

Der Tayrona-Nationalpark liegt im Departamento del Magdalena an der Karibikküste Kolumbiens und beginnt ziemlich direkt westlich der Stadt Santa Marta. Die Sierra Nevada de Santa Marta ist ein Hochgebirge mit bis zu fast 6.000 Meter hohen Bergen und reicht an dieser Stelle bis fast ans Meer. Der Haupteingang des Parks ist etwa 40 Kilometer vom Zentrum von Santa Marta entfernt. Doch wir kommen nicht von Santa Marta aus, sondern aus Palomino, das weiter im Osten liegt, und ein äußerst schöner und abenteuerlicher Ort ist. Dem Busfahrer haben wir gesagt, das wir in El Zaino aussteigen wollen und als er uns zuruft, dass wir gleich da seien, packen wir unsere Rucksäcke und springen aus dem kaum anhaltenden Bus hinaus in die brütende Hitze, die hier ein Stück im Landesinnern, durch ein paar Hügel getrennt vom Meer, noch gnadenloser ist.

Unser Hotel – also die kleine Hütte im Dschungel – liegt etwas die Straße hinauf, ein wenig erschöpft von den Ereignissen der vergangenen Tage gehen wir dort hin, die Trucks der Minengesellschaft donnern an uns vorbei, die Sonne grillt die Haut unserer Schultern, ich freue mich auf die nächste Hängematte und ein kühles El Dorado. Und dann die gute Überraschung, das Hotel liegt etwas weiter hinten in Richtung eines kleinen Tals, die Hütte zwischen den Bäumen weit genug von der Straße entfernt, der Blick ein paar Schritte weiter kann weit über die ersten Berge der Sierra Nevada de Santa Marta auf der dem Tayrona-Nationalpark abgewandten Seite schweifen – Wildnis, Dschungel, wir beschließen, einen Spaziergang ins Dorf und anschließend durch das Flusstal und die Anfänge des Dschungels hinter unseren Hütten zu machen.

In der Nähe des Tayrona-Nationalparks in Kolumbien

Der Ort El Zaino am Tayrona-Nationalpark-Haupteingang ist eigentlich gar kein richtiger Ort. Vielmehr ist er eine Ansammlung von kleinen Läden, Restaurants und Hütten, die die Besucher*innen des Naturparks und die Fahrer*innen der Minen-Trucks mit dem Nötigsten versorgen. Jedoch ist das einfache Essen am Straßenrand überraschend gut und gesträrkt hängen wir in der Hitze herum und hören einem Papagei beim Plappern zu und bewerfen uns gegenseitig mit Kronkorken. Später spazieren wir dann ins Flusstal hinter unseren Hütten und entdecken einen Wegweiser zu einem kleineren Rundweg, genau das Richtige bis zum Einbruch der Dunkelheit, eine Stunde Laufen am Rande des Dschungels, bevor wir morgen mit den richtigen Wanderungen im Innern des Parks beginnen.

Über größere Steine hüpfen wir durch den Rio Piedras und auf der anderen Seite den Hang hinauf und wider Erwarten, hört das Dörflein ziemlich schnell auf und es geht hinein in den Wald, der eigentlich ziemlich genau wie ein Dschungel im Bilderbuch aussieht. Ein paar Hühner begegnen uns noch und ein Herr mit großer Machete, der meint, wir sollen lieber nicht mehr so arg viel weiter gehen, damit wir uns im Dunkeln nicht im Wald verlaufen. Ein paar Kilometer weiter beginnt anscheinend auch schon das Indianegebiet, in das man ohne weiteres eigentlich auch nicht gehen sollte – wir wissen es nicht genau.

Eine Weile lang sitzen wir noch in der Mitte eines kleinen Wasserfalls auf einem riesigen Stein und horchen nach den Geräuschen des Waldes, bevor wir den Hang wieder hinabsteigen und auf der Terrasse unseres Hotels ein Abendessen und ein paar Bier zu uns nehmen. Wenn Du den Weg mal suchen solltest, er schlängelt sich ungefähr hier in den Dschungel in der Nähe des Tayrona-Nationalparks.

Wandern und Erleben

Es gibt im Tayrona-Nationalpark verschiedene, gut ausgewiesene Wanderrouten und Karten des Parks sind am Haupteingang erhältlich – wenn auch in miserabler Druckqualität, die das Lesen nicht so einfach macht, aber es geht. Weiter unten findest Du eine Übersicht, die wir von einer der Tafeln im Tayrona-Nationalpark abfotografiert haben. Die beiden von uns unternommenen Touren habe ich dort mit rosa Frabe (Tag 1) und gelber Farbe (Tag 2) nachgezogen. An den Abzweigungen im Park stehen stets Wegweiser, ein Verirren ist größtenteils ziemlich schwierig.

Nach dem Aufenthalt auf der Terrasse des Hotel-Hauptgebäudes kämpfe ich noch in der Hängematte auf der Veranda unserer kleinen Hütte gegen den Schlaf, über mir krabbelt eine etwas größere Echse durch die Palmwedel, mit denen unsere Dschungel-Hütte hier gedeckt ist. Es ist so warm, dass ich in dunkler Nacht – nur mit einer kurzen Hose bekleidet – schwitze und mir einen kühlen Wind wünsche, der aber niemals kommen wird.

Egal, ich gehe ins Innere der Hütte und lege mich unter das Moskitonetz, von draußen sind die Geräusche der Insekten und das Bellen eines Hundes zu hören, es ist gut, bald zu schlafen, morgen wollen wir eine große Strecke laufen.

Tag 1 – Bestätigung der Befürchtung

Wir stehen also relativ früh auf, was kein Problem ist, die Hitze ist bereits in den frühen Morgenstunden so stark, dass im Bett liegen kein Vergnügen ist. Nach einem Frühstück auf der Terrasse gehen wir an der Straße entlang wieder zurück nach El Zaino.

Jeder Besucher und jede Besucherin des Tayrona-Nationalparks muss sich, bevor die Eintrittskarte gekauft werden kann, einen Informationsfilm ansehen und die Anweisungen eines der Park-Ranger anhören. Zur Bestätigung erhält man einen Zettel, der an der Kasse vorgezeigt werden muss. Nach dem Bezahlen werden die Taschen und Rucksäcke durchsucht, es ist nicht erlaubt, Alkohol mit in den Park zu nehmen.

Und dann sind wir im Tayrona-Nationalpark. Wir entscheiden uns, für umgerechnet etwa zwei Euro mit dem Park-Taxi bis zum Ausgangspunkt der Wanderrouten zu fahren. Man könnte diese etwa drei Kilometer lange Strecke auch zu Fuß zurücklegen, wir wollen die Zeit aber lieber tiefer im Park haben, an den Stellen, an denen es keine Autos mehr gibt. Nachdem wir wieder aus dem Fahrzeug steigen, geht es also zehn Minuten später los auf dem Wanderweg, der sich durch die Felsen und den Dschungel in Richtung des Meeres schlängelt. Viele Wege lassen sich im Tayrona-Nationalpark übrigens auch mit einem gemieteten Pferd zurücklegen, wenn man denn gerne reitet.

Der Weg ist herrlich, der Dschungel ist hier wirklich schön. Was die Nationalpark-Atmosphäre aber ziemlich kaputt macht ist, dass so viele Menschen unterwegs sind, dass wir eigentlich selten mal niemanden im Blickfeld haben. Am Meer angekommen, verläuft der Weg zunächst weiter zwischen großen Felsklötzen, bis er schließlich den Strand erreicht. Es ist ein schöner, ein wilder Strand, doch darauf, ins Wasser zu gehen, sollte man hier möglichst verzichten. Die Strömungen und die Brandung sind sind tödlich. Nahezu an jedem der Strandabschnitte warnen Hinweistafeln: „Hier sind schon hundert Menschen ertrunken…“, „Hier sind schon zweihundert Menschen ertrunken…“.

Strand im Tayrona-Nationalpark in Kolumbien

Eine riesige, leuchtend grüne Echse rennt vor uns über den Weg, was mich erst erschreckt und dann erfreut – endlich ein Tier! Die Sonne brennt gnadenlos auf uns herunter auf den Abschnitten, auf denen der Weg den schützenden Schatten der Bäume verlässt, bald erreichen wir die Wegpunkte Arrecifes, wo sich ein Campingplatz und ein Restaurant befinden und La Piscina, eine durch vorgelagerte Felsen geschützte Bucht, in der das Baden vielleicht nicht ganz so tödlich ist. Jedenfalls befinden sich einige Menschen im Wasser und noch mehr liegen am Strand herum. Ich mag es hier nicht so besonders, es stellt sich eher Stadtgarten-Atmosphäre ein als die eines Nationalparks. Doch es wird noch schlimmer.

Als wir nämlich El Cabo erreichen, überfällt mich der Eindruck nun vollends, dass das hier nicht das ist, was ich gesucht habe: Ein riesiges Restaurant, unzählige Menschen. Die meisten eher mit Badekörbchen anstatt Wanderausrüstung. Wir sitzen ein wenig im Schatten, beobachten die essenden und die trinkenden Menschen, es ist ein schöner Strandplatz, das muss ich zugeben, aber uns zieht es weiter in den Tayrona-Nationalpark hinein. Und so beschließen wir, nicht den Weg zurück zu gehen, sondern den Weg über Pueblito, eine Ruinenstadt der Tayrona-Indianer. Der Weg wird uns nicht zurück zum Haupteingang führen (siehe Karte unten), sondern zu einem weiteren Parkeingang, dem bei Calabazo. Es sind noch einige Stunden zu gehen, wir hoffen, es noch zu schaffen, den Park vor seiner Schließzeit zu verlassen, zumindest jedoch vor Einbruch der Dunkelheit.

Direkt hinter El Cabo führt der Weg zurück ins Dickicht des Dschungels und schnell ist klar, hier haben wir die Menschenmassen hinter uns gelassen. Durch ein trockenes Flussbett geht es und dann auf einmal steil bergauf in die Hügel hinein. Und plötzlich ist der Tayrona-Nationalpark wild und einsam, als wir nach etwa eineinhalb Stunden anstrengendem Aufstieg Pueblito, die alte Tayrona-Ruinenstadt, erreichen, sind wir erschöpft aber zufrieden. Im abendlich werdenden Licht liegen die Ruinen im Dschungel. Es ist wie in Tomb Raider oder Indiana Jones, stelle ich mir vor, so platt das auch klingen mag. Andere Wanderer*innen sind sehr wenige unterwegs, nur ein Mann fotografiert ein paar Steine.

Ruinenstadt im Tayrona-Nationalpark

Nach Pueblito, der Ruinenstadt im Tayrona-Nationalpark geht es nun weiter nach Süden durch die Hügel. Rechts geht irgendwann ein schmaler Pfad tiefer in den Dschungel, noch wissen wir nicht, dass wir morgen genau diesen gehen werden. In einer Kurve steht auf einmal eine kleine Hütte. Hühner und Hunde laufen herum und man kann dort Süßigkeiten, Brot und Limonaden kaufen. Und was noch viel besser ist, es gibt eine Saftpressmaschine und frisch gepressten Orangensaft. Schwitzend sitzen wir auf der Bank vor dem Häuschen, glücklich und müde. Jetzt steht nur noch der Abstieg nach Calabazo bevor.

Steil geht es die letzte halbe Stunde hinunter. Großartige Ausblicke über den Dschungel belohnen für den Schweiß und die schmerzenden Beine und eine gute Zeit, bevor es dunkel wird, verlassen wir den Tayrona-Nationalpark und warten in der Nähe des Polizei-Kontrollpostens auf den Bus in Richtung Osten, zurück nach El Zaino. Ein Mann kommt auf uns zu und fragt, ob wir die beiden seien, die er abholen solle. Wir verneinen und fragen, wohin er denn gehen will. Er sagt, er warte auf zwei Gäste, die er in den Tayrona-Nationalpark führen will, die hier mit dem Bus ankommen wollten. In den Park, zu einem Hotel. Er zieht weiter, sieht sich um.

Beim Abendessen auf der Terrasse unseres Hotels überlegen wir, was wir am nächsten Tag machen wollen. Es gibt die beiden Möglichkeiten, in den Westteil des Tayrona-Nationalparks zu fahren oder nochmal im Ostteil wandern zu gehen. Schließlich entscheiden wir uns dafür, den langen Abstieg, den wir heute gemacht haben, morgen in anderer Richtung aufzusteigen und dem schmalen Pfad in den Dschungel zu folgen, denn wir haben gelesen, dieser führt zur Playa Brava, dem Wilden Strand, das klingt gut, das klingt abenteuerlich und außerdem soll es der schönste Strand der Gegend sein – wir denken, der Pfad ist so abgelegen, die Horden von Menschen von heute werden uns dort schon nicht begegnen.

Außerdem hat uns heute jemand gesagt, dass im Westteil des Tayrona-Nationalparks viel mehr Straßen anstelle von Wanderwegen seien. Das gefällt uns nicht und der Plan festigt sich, zur Playa Brava zu gehen. Als wir der Köchin erzählen, was wir vorhaben, meint sie, das sei schwierig, an einem Tag zu schaffen, doch auch heute hat man uns morgens gesagt, der Rundweg von El Zaino aus über Pueblito nach Calabazo sei zu weit und wir haben es gut geschafft.

Nachts liege ich im von der Hitze erzeugten Dämmerzustand zwischen Wachen und Schlafen und freue mich auf den Weg durch den Dschungel.

Tag 2 – Das Geheimnis des Tayrona-Nationalparks

Wir frühstücken früh und machen uns auf den Weg zur Straße herunter. Dieses Mal steigen wir gleich in den nächsten Bus und fahren zum Eingang in den Tayrona-Nationalpark bei Calabazo. Im Kiosk dort – ich wundere mich, man kann sogar mit Kreditkarte bezahlen – kaufen wir literweise Wasser und am Tayrona-Nationalpark-Eingangshäuschen unsere Tickets für diesen Tag. Und dann geht es steil bergauf. Nach ungefähr zehn Sekunden sind wir völlig durchnässt, der Aufstieg ist heiß, anstrengend und staubig. Irgendwo steht ein altes Auto am Straßenrand. Ich wundere mich, wie es da hingekommen ist, den Weg kann es auf jeden Fall nicht gefahren sein. Bleibt eigentlich nur per Hubschrauber. Merkwürdig.

An der kleinen Hütte, als wir den Aufstieg hinter uns und den Dschungel des Tayrona-Nationalparks vor uns haben, trinken wir wieder einen frisch gepressten Orangensaft, dass es die überall gibt: eines der besten Dinge in Kolumbien. Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zu der Abzweigung nach links in den Dschungel und dann ist der Weg wirklich so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Riesige Bäume, undurchdringliches Dickicht, kleine Affen sitzen auf den Ästen und aus der Ferne hören wir das Donnern der Brüllaffen. Es geht an einem kleinen Flusslauf entlang den Hügel hinunter, es ist dunkel und schattig, der Boden feucht, hier und da krabbeln größere Spinnen herum.

Weg zur Playa Brava im Tayrona Nationalpark Kolumbien

Außer uns ist hier niemand, endlich haben wir den Tayrona-Nationalpark für uns alleine. Der Weg wird wieder steiler und nach etwa einer weiteren Stunde lichtet sich der Wald allmählich und wir sehen zum ersten Mal wieder das karibische Meer in seinem vollkommenen Blau vor uns liegen. Der Wald wird trockener, der Weg wieder staubiger, immer steiler geht es in Richtung der Küste hinunter. Und dann haben wir das Geheimnis des Tayrona-Nationalparks endlich vor uns, als wir aus dem Dschungel heraus auf eine große Wiese treten, die Playa Brava.

Auf der Wiese stehen ein paar Hütten, Menschen sind zunächst keine zu sehen. Als wir an der ersten Hütte vorbeikommen, sehen wir, dass zwei Männer darin sitzen und sich unterhalten. Als sie uns sehen, kommt einer der beiden heraus und begrüßt uns fröhlich – erst wundere ich mich, dann erkenne ich den Mann von gestern an der Bushaltestelle wieder, der zwei Gäste in den Tayrona-Nationalpark führen wollte. Das hier sei das Hotel, man könne in einer der Hütten schlafen. Es gebe private Zimmer und Gemeinschaftsschlafräume. Er zeigt uns zwei Kühltruhen und meint, wir können Getränke kaufen, wenn wir wollen. In diesem Hotel möchte ich einmal wohnen, auch wenn es mehrere Stunden zu Fuß dorthin sind. Am Strand sollen wir aufpassen, sagt er noch, die Brandung sei gefährlich, die Strömung tödlich – wir machen uns auf den Weg.

Und wieder haben wir ein Stück vom Paradies gefunden. Dieses Mal hier im Tayrona-Nationalpark. Die Bucht ist weit und, wie ihr Name verspricht, wild. Wir sind die einzigen Menschen. Hinter uns geht es steil in die Hügel hinauf, der Nebel hängt über dem Dschungel, hier unten brennt die Sonne weiter. An den Palmen hängen wir unsere schweißgetränkten Kleidungsstücke auf und legen uns im Schatten einer Palme in den Sand. Diese Momente sind es, die es mir leicht machen, zu verstehen, warum ich jeden Tag etwas neues sehen will.

Playa Brava im Tayrona Nationalpark Kolumbien

Hotel an der Playa Brava im Tayrona Nationalpark Kolumbien

Stunden später und völlig erledigt liege ich mit einem kühlen Bier in der Hängematte. Es ist wieder Nacht um mich herum. Morgen werden wir den Bus weg vom Tayrona-Nationalpark und weiter nach Santa Marta nehmen. Ich bin glücklich, hier gewesen zu sein. Man muss das Schöne ein wenig suchen, dann wird man es auch irgendwann finden.

Informationen zum Tayrona-Nationalpark

Der Tayrona-Nationalpark ist einer der bekanntesten Nationalparks in Kolumbien. Er liegt etwa 40 Kilometer östlich von Santa Marta im Departamento Magdalena in den Ausläufern der Sierra Nevada de Santa Marta. Im Park befinden sich einige sehr schöne Strände, Wanderwege und Aussichtspunkte. Außerdem befinden sich die Überreste von Pueblito, einer alten Stadt der Tayrona-Indianer, im Nationalpark. Der Park ist im Großen und Ganzen gut erschlossen.

Öffnungszeiten, Eingänge und Einlass

Der Tayrona-Nationalpark ist grundsätzlich das ganze Jahr über geöffnet, das Klima ist tropisch heiß. Es kann jedoch vorkommen, dass der Park kurzfristig geschlossen bleibt, deshalb ist es sehr sinnvoll, sich vorher noch einmal über die Öffnungszeiten zu informieren. Ende 2015 war der Tayrona-Nationalpark zum Beispiel einen Monat lang geschlossen, damit die Natur sich regenerieren und die einheimische Bevölkerung sich spirituell erholen konnten.

Öffnungszeiten sind dabei von 08:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr nachmittags.

In den östlichen Teil des Parks gibt es zwei Zugänge, den Haupteingang bei El Zaino und den etwas kleineren Eingang bei Calabazo. Das Hin- und Herfahren zwischen den beiden Eingängen ist kein Problem, dazu können einfach die etwa alle 20 Minuten verkehrenden Busse vom Straßenrand aus durch Winken und Rufen angehalten werden.

Unbedingt erforderlich für den Einlass sind ein Reisepass und der Nachweis einer Gelbfieberimpfung (auch wenn diese bei uns nicht kontrolliert wurde). Bevor man sich eine Eintrittskarte kaufen darf, muss man das Informationsvideo ansehen und den Anweisungen eines Rangers zuhören. Dieser gibt dann eine Bestätigungskarte heraus, ohne die der Erwerb der Eintrittskarte in den Tayrona-Nationalpark nicht möglich ist. In den Park darf kein Alkohol mitgenommen werden, in den Restaurants im Park kann dann aber welcher gekauft werden.

Verschiedene Routen im Tayrona-Nationalpark

Die Routen im Park lassen sich frei aussuchen, unsere Tour von Tag 1 habe ich in der Karte mit rosa Farbe markiert, die Route von Tag 2 an die Playa Brava in gelber Farbe. Vom Parkpersonal kann man Karten des Parks erhalten, diese sind aufgrund ihrer Druckqualität schwierig zu lesen, es bietet sich also an, die Karte von der Informationstafel am Haupteingang des Tayrona-Nationalparks zum Beispiel mit dem Telefon abzufotografieren.

Routen im Tayrona-Nationalpark

Ausrüstung

Für einen Besuch im Tayrona-Nationalpark sollte man an folgende Dinge denken:

  • Sonnenschutz!
  • Reisepass und Impfnachweis der Gelbfieberimpfung
  • Insektenschutz
  • In der Regenzeit: Regenschutz
  • Viel Trinkwasser

Übernachten

Schlafen kann man entweder im Park – dort gibt es mehrere Campingplätze – oder in einer der Unterkünfte der Umgebung. In El Zaino am Haupteingang des Tayrona-Nationalparks befinden sich mehrere davon. Empfehlen kann ich zum Beispiel die Posadas Ecoturisticas San Rafael (Affiliate-Link – was bedeutet das?).

Anreise und Weiterkommen

Die Anreise zum Tayrona-Nationalpark erfolgt von Santa Marta aus mit dem Bus, dem Taxi oder dem Collectivo. Das Collectivo ist ein Taxi, bei dem so lange gewartet wird, bis es voll ist, wodurch es günstiger ist als das normale Taxi. Die günstigste Option ist die Fahrt mit dem Bus. Dieser kann am Busbahnhof in Santa Marta gefunden werden oder, sollte man zum Beispiel aus der Richtung von Palomino kommen, einfach am Straßenrand angehalten werden. Ein Flug von Bogotá nach Santa Marta kostet im besten Fall deutlich unter 100 Euro.

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