Die Makarska Riviera im Süden von Kroatien ist ein wildes und karges Stück Küstenlandschaft, das besonders im Frühling und im Herbst die Reisenden verführt. Noch etwas genauer gehört die Makarska Riviera zur Region Dalmatien. Das Küstengebirge Biokovo, das ein Teil des Dinarischen Gebirges ist, zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Steile Hänge und abweisende Felslandschaften fallen von einigen hundert Metern Höhe direkt in die Adria hinab. Neben dem Hauptort Makarska, der dem knapp 50 Kilometer langen Küstenabschnitt den Namen gibt, gibt es einige weitere kleinere Städte. Makarska selbst hat nur etwa 15.000 Einwohner*innen. Ich entscheide mich jedoch für das noch kleinere Podaca als Ausgangspunkt, um die Makarska Riviera zu erkunden.

Geisterstädte und geheime Berge

Wenn ich morgens aufstehe, riecht es schon nach dieser Mischung aus Düften, die es nur im Mittelmeerraum gibt. Noch immer weiß ich nicht genau, was es ist, obwohl ich schon oft darüber nachgedacht habe. Minze? Thymian? Oregano? Ich weiß es nicht, schön ist es trotzdem. Egal, ob man in Griechenland, Italien oder Frankreich ist, es riecht so. Und hier an der Makarska Riviera im Dorf Podaca auch. Mein Blick geht über die Adria, die der Makarska Riviera vorgelagerten Inseln Hvar und Pelješac, als ich auf den Balkon trete. Pelješac ist zwar in Wahrheit eine Halbinsel, das sehe ich von hier aus aber nicht.

Podaca liegt direkt am Meer. Viel gibt es hier nicht. Zwei kleine Supermärkte, von denen einer stets geschlossen ist. Ein oder zwei Restaurants und einen gemütlichen Strand.

Gestern bin ich das letzte Stück die gut ausgebaute Autobahn durch Kroatien gefahren. Sie geht nicht entlang der Makarska Riviera, sondern im Landesinneren an den östlichen Hängen des Küstengebirges vorbei. Gut so, hier wäre ohnehin kein Platz. Die Autobahn führt nicht mehr weiter, ein paar Kilometer geht es noch nach Bosnien-Herzegowina hinein, dann ist Schluss. Diese paar Kilometer sind übrigens noch mautpflichtig. Macht nichts, es ist nur ungefähr ein Euro und man hat die Straße nahezu für sich alleine. Die Grenzkontrollen zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien sind nicht sonderlich intensiv. Obwohl man sich hier an einer EU-Außengrenze befindet. Vielleicht hatte ich auch nur jedes Mal Glück.

Die Landschaft besteht hauptsächlich aus Steinen. Das Wasser der Adria liegt meistens spiegelglatt in der Sonne. In der Nähe von Rogotin endet dann die letzte Schnellstraße und es geht noch ein paar Kilometer nach Norden. Vorbei an einem Flussdelta. Hier mündet der Fluss Neretva bei der Stadt Ploče ins Meer. Schön liegen hier auch die beiden Seen Birina und Baćina neben der Straße, bevor diese direkt am Meer entlang über Gradac nach Podaca führt.

Zwischen den Büschen und den Steinen an den Hängen sind die zerbröckelnden Mauern einer Geisterstadt zu sehen. Das alte Podaca lag weit über dem modernen Ort. Heute ist es völlig verlassen. Ich freue mich auf den gruseligen Spaziergang hinauf zu den alten Ruinen. Vor Gespenstern habe ich keine Angst. Die schlimmen Sachen machen die lebenden Menschen.

Podaca an der Makarska Riviera

Podaca an der Makarska Riviera

Die Geisterstadt über Podaca

Es ist heiß. Schon nach den ersten Metern schwitze ich. Die Sonne brennt herunter und die Luft über dem Meer flimmert dem Horizont entgegen. Ich lasse die letzten Häuser von Podaca hinter mir. An einem Friedhof vorbei geht die schmale Straße in Serpentinen auf die Geisterstadt zu. Die Aussicht auf die Makarska Riviera wird mit jedem meiner Schritte besser. Dann erreiche ich die ersten verlassenen Häuser der Geisterstadt.

Vorbei geht es an einem alten Wachturm. Der Blick über das neue Podaca und die Adria entlang der Makarska Riviera ist toll. Kein Geräusch ist zu hören und ich gehe die paar Meter ins Zentrum der kleinen Geisterstadt. Einen weiteren Friedhof und eine Kirche mit einem weißen Turm finde ich. Ein guter Platz zum Totsein. Die Gräber liegen direkt am Rande, bevor es steil hinab in die Tiefe geht. Zwischen den Bäumen steht ein Esel. Er freut sich, als ich zu ihm gehe und ihm Gras gebe. Vielleicht ist es langweilig hier oben ohne andere Esel. Ich mag es nicht, wenn Tiere angebunden sind. Ein Esel möchte auch frei sein. Ich bleibe noch ein wenig bei ihm. Winke ihm zum Abschied und gehe noch ein bisschen im Städchen herum.

Eigentlich suche ich noch den Weg, der weiter den Berg hinaufführen soll. Hinauf auf den Gipfel des Berges Viter. Den Weg möchte ich morgen gehen. Vom Gipfel des Viter aus muss der Blick auf die Makarska Riviera noch besser sein. Die Wanderung soll auch nur etwa drei Stunden dauern. Immerhin fast 800 Meter ist der Viter hoch. Doch obwohl ich mit meinem GPS-Signal direkt an der Stelle sein sollte, an der ein kleiner Trampelpfad die Geisterhäuser verlassen soll, sehe ich nichts. Ich beschließe, das Problem auf morgen zu verschieben. Ein bisschen klettere ich noch zwischen den unheimlichen leeren Gebäuden herum, dann mache ich mich auf den Weg zurück nach Podaca. Denn ich will noch ein wenig im Meer herumschwimmen, das Wasser an der Makarska Riviera in Podaca ist herrlich.

Podaca an der Makarska Riviera

Podaca an der Makarska Riviera

Wanderung auf den Berg Viter

Unbedingt lohnt sich von Podaca aus die Wanderung auf den Berg Viter. Der Viter ist fast 800 Meter hoch und liegt in der ersten Reihe der Berge, die sich an der Makarska Riviera enlangziehen. Steinig und karg wie die Landschaft ist auch der Weg auf den Viter hinauf. Und an einigen Stellen auch nicht so ganz einfach zu finden.

Am besten, man prägt sich die Wanderkarte, die neben dem Supermarkt in Podaca hängt, gut ein. Das ist ungefähr hier.

Die erste schwierige Stelle des Weges ist in der Geisterstadt über Podaca. Dort ist der schmale Trampelpfad kaum zu erkennen, der zwischen ein paar Büschen weiter hinaufführt. Doch das ist nur ein kurzes Stück, dann wird der Weg wieder besser, teilweise sogar ganz gut ausgebaut. Ein ganzes Stückchen sogar mit breiten steinernen Stufen. Nach einer Weile erreicht man eine kleine Hochebene, von der aus es nach links die restlichen Höhenmeter auf den Gipfel geht.

ACHTUNG! Der Pfad ist hier wieder sehr schwierig zu finden, die Abstände der einzelnen Markierungen sind riesig und links geht es steil weit hinunter. Ein falscher Tritt ist hier ohne Zweifel tödlich. Auch mehrere etwas größere Schlangen begegnen mir zwischen den Felsen. Keine Ahnung, wie giftig und gefährlich diese Tiere hier an der Makarska Riviera sind.

Hat man schließlich den Gipfel des Viter mit 769 Metern Höhe über dem Meer erreicht, wird man aber erst einmal staunen. Weite Blicke über die Makarska Riviera und die Berge im Landesinneren. Trockene, schöne Landschaft! Podaca liegt weit weit unten und die Inseln scheinen über dem Wasser der Adria zu schweben.

Podaca an der Makarska Riviera

Podaca an der Makarska Riviera

Podaca an der Makarska Riviera

Übernachten in Podaca an der Makarska Riviera

In Podaca gibt es einige Apartments zu mieten. Da Podaca insgesamt nicht sehr groß ist und direkt an der Makarska Riviera liegt, ist man auch im Ortsinneren nicht sehr weit vom Strand mit seiner kleinen Fußgängerpromenade entfernt. Ich habe meinen Aufenthalt in Podaca im Guesthouse Podaca (Affiliate-Link – was bedeutet das?) verbracht. Das kann ich sehr empfehlen. Die Appartements sind groß genug, haben einen tollen Balkon mit wunderschöner Aussicht über die Makarska Riviera und den steilen Berg, der die Bucht um Podaca im Süden begrenzt.

Das Guesthouse Podaca (Affiliate-Link – was bedeutet das?) hat eine gemütliche Gemeinschaftsküche und die Familie, die es betreibt, war sehr herzlich und freundlich zu mir. Die Kommunikation war auch überhaupt kein Problem, da sowohl Englisch als auch Deutsch gesprochen wurde. Mein Kroatisch ist nämlich leider noch nicht so gut.

Weitere Gedanken

In Brist, das sich nur etwa zwei Kilometer von Podaca entfernt in südlicher Richtung an der Makarska Riviera befindet, liegt das Hotel Riva (Affiliate-Link – was bedeutet das?). Dort kann man auf der großartigen Terrasse direkt am Meer im Schatten sitzen und Bier trinken. Außerdem gibt es gute Pizza und guten Salat.

Etwas weiter südlich liegt das Städtchen Gradac. Entlang der Uferpromenade gibt es einige Cafés, Bars und Restaurants. Hier ist etwas mehr los und beim Cocktail-Trinken unter Palmen in großartiger Kulisse lässt sich die Zeit vergessen.

Podaca an der Makarska Riviera

Anreise zur Makarska Riviera

Die Anfahrt mit dem eigenen Auto ist kein Problem. Zum einen führt die Autobahn (auch E65) bis fast an die Makarska Riviera und zum anderen ist auch die Landschaft den ganzen Weg über schön und wild, also angenehm zu fahren. Die letzten paar Kilometer ist die Straße zwar kleiner, aber immer noch gut ausgebaut. Vorsicht ist hier nur vor Polizeikontrollen zu raten, die vergleichsweise zahlreich sind. Die Autobahn durch Kroatien ist mautpflichtig und allgemein in einem äußerst guten Zustand.

Übrigens erreicht man von Podaca aus die sehenswerte Stadt Mostar in Bosnien-Herzegowina in nur knapp zwei Stunden. Und sogar nach Sarajevo schafft man es in knapp vier Stunden, was einen Ausflug oder einen längeren Aufenthalt auf jeden Fall wert ist.

Dieser Artikel nimmt an der Blogparade Highlights in Kroatien von PASSENGER X (passenger-x.de) teil.

One thought

  1. Hey Simon,
    mutig von dir die Wanderung hoch zum Viter zu unternehmen. Mich hätten der enge Pfad und die Schlangen sicher abgeschreckt. Aber wer was Besonderes erleben will, der muss sich eben auch trauen:) Schön, dass du mit diesem Artikel an meiner Blogparade dabei bist, Abenteuerduft tut dieser sehr gut:)

    Liebe Grüße
    Nicole von PASSENGER X

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