Die Hornisgrinde ist ein Berg im Schwarzwald. Und zwar nicht nur irgendein Berg, sondern der höchste Berg im Nordschwarzwald. Der Gipfel der Hornisgrinde liegt auf 1.163 Metern Höhe und zählt für mich zu den schönsten Orten im ganzen Schwarzwald. Das langgezogene Gipfelplateau der Hornisgrinde ist nicht nur geprägt von einer verwunschenen Moorlandschaft. Nein, man hat von dort oben auch eine beeindruckende Aussicht über die Rheinebene und den Nordschwarzwald. Außerdem stehen einige mysteriöse alte Gebäude auf der Hornisgrinde und erzeugen eine geheimnisvolle Stimmung. Was hat es damit auf sich?

Aussicht von der Hornisgrinde

Was ist die Hornisgrinde?

Unten in den Tälern des Schwarzwaldes ist Frühling, hier oben liegt noch tiefer Schnee unter den dunklen Tannen. Der Schwarzwald macht seinem Namen hier wieder einmal alle Ehre. Stille liegt über der Landschaft. Freundlich wirkt sie nicht, eher geheimnisvoll und ruhig. Doch das ist es auch, was ich am Schwarzwald mag. Deshalb gefällt es mir hier oben auf der Hornisgrinde. Geheimnisvoll nicht zuletzt auch wegen des Hochmoores, das sich auf dem Gipfel der Hornisgrinde befindet. 1.163 Meter befindet man sich hier oben über dem Meeresspiegel. Das ist mehr als 1.000 Meter mehr, als die Rheinebene. Und die liegt direkt westlich der Hornisgrinde. Eine prächtige Aussicht bietet sich also bei gutem Wetter.

Wie in einer Märchenlandschaft fühle ich mich. Der Gipfel ist kahl, der Blick ungehindert. Zum Teil entstand die Baumlosigkeit der Hornisgrinde durch das Fällen von Bäumen durch den Menschen. Vor etwa 600 Jahren. Zu einem anderen Teil ist die Hornisgrinde aber auch natürlich kahl. Denn in den Mooren wachsen keine Bäume.

Im Lauf der Geschichte wurde die Hornisgrinde von verschiedenen Parteien militärisch genutzt. Außerdem stehen auf dem Gipfel eine Windkraftanlage und mehrere Sendemasten. Einen Skilift gibt es auf der Hornisgrinde zum Glück nicht.

Sendemast auf der Hornisgrinde

Wandern auf die Hornisgrinde

Ich entscheide mich für den Weg von Seebach aus. Die Wanderung geht von Anfang an steil nach oben. Wie sich bald zeigt, war die Entscheidung für diese Route eine gute Entscheidung. Denn unterwegs kommt man nicht nur am Mummelsee vorbei. Nein, die Wanderung führt direkt am Hohfelsen vorbei. Und das lohnt sich. Denn so wie der Gipfel der Hornisgrinde ist auch der Hohfelsen ein Aussichtspunkt mit einer beeindruckenden Aussicht. Nicht nur die Berge des nördlichen Schwarzwaldes liegen vor mir, sondern auch die Rheinebene. An einem klaren Tag würde man weit bis zu den Vogesen sehen. Ein guter Vorgeschmack auf den Gipfel der Hornisgrinde.

Doch von Seebach aus geht es zunächst über Wiesen mit Obstbäumen hinauf. Und dann steigt man in einem kleinen Tal durch den Wald weiter nach oben. Von der Hornisgrinde ist hier noch nichts zu sehen. Nachdem ich den Hohfelsen hinter mir gelassen habe, wird auch der Weg aussichtsreicher. Etwas später überquere ich die Schwarzwaldhochstraße. Dort erreiche ich den Mummelsee mit Restaurant, Hotel und Souvenirläden. Hier ist meistens viel los. Im Winter ist der See oft zugefroren.

Die letzten Höhenmeter zum Hornisgrindegipfel geht es nun wieder durch den Wald. An einer Stelle habe ich nochmal Aussicht auf den Mummelsee. Dann bin ich auf der Hornisgrinde.

Ich umrunde das Gipfelplateau der Hornisgrinde einmal. Der Abstieg beginnt in einem kleinen Wald. Steil geht es zum Seibelseckle hinunter. Von dort führt mich der Weg über breite Waldwege zurück nach Seebach. Immer entlang dem Seebächle. Wo das Seebächle in die Acher mündet, befindet sich die Deckerhofmühle. Ein schönes altes Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert.

Insgesamt eine schöne Wanderung, um die Hornisgrinde zu entdecken.

Die Rundwanderung von Seebach aus über den Hohfelsen und den Mummelsee auf die Hornisgrinde ist hier zu finden: outdooractive.com

Vom Mummelsee aus führt außerdem ein asphaltierter Weg auf den Gipfel der Hornisgrinde. Direkt am Mummelsee sind Parkplätze zu finden. Unmittelbar hinter dem Hotel beginnt der Weg. Nach knapp zwei Kilometern erreicht man den Hornisgrindeturm am südlichen Rand des Gipfels.

Der Hohfelsen

Wanderweg

Wegweiser in Seebach

Der Hornisgrindeturm und die verlassenen Gebäude

Am südlichen Rand des Gipfels steht der Hornisgrindeturm. Er ist etwas mehr als 20 Meter hoch und wurde 1910 erbaut. Nach dem zweiten Weltkrieg ging der Hornisgrindeturm an das französische Militär und er blieb auch noch lange im militärischen Sperrgebiet. Erst 1999 wurde der Turm an Deutschland zurückgegeben. Seit 2005 kann er wieder von allen betreten werden.

Direkt neben dem Hornisgrindeturm befinden sich zwei verlassene Gebäude, eines davon ist ein alter Hangar für Segelflugzeuge. Seit 1930 starteten von der Hornisgrinde aus Segelflieger. Jedenfalls bis zur militärischen Sperrung. Auf dem Weg zum Gipfel passiert man ein weiteres verlassenes Gebäude. Hohle Fenster blicken aus dem oberen Stockwerk hinunter. Zeugen der militärischen Vergangenheit des Gipfelplateaus: ein Wachhaus am früheren Eingang zum Sperrgebiet. Heute untermalen sie die geheimnisvolle Stimmung dort oben.

Der Hornisgrindeturm

Der Grindenpfad

Auf dem Gipfelplateau der Hornisgrinde befindet sich der etwa drei Kilometer lange Grindenpfad. An zwölf Stationen kann man viel über die Natur erfahren. Über Tiere und Pflanzen und über die Entstehung der Moorlandschaft. Vom Weg aus hat man eine schöne Aussicht über die Landschaft. Meistens verläuft der Weg sehr eben. Über Wasser und Moor führen Stege aus Holz. Ein gutes Erlebnis. Im Winter ist der Weg nur bedingt zu gehen. Unter dem Schnee ist er schwierig zu finden. Teilweise gibt es Schutzzonen für wilde Tiere. Und der Winter ist lang hier oben. Von Oktober bis Mai kann hier Schnee liegen.

Schnee auf der Hornisgrinde

Der Bismarckturm auf dem Gipfel

Am höchsten Punkt des Gipfelplateaus steht der Bismarckturm. Er ist sieben Meter hoch. Über eine Wendeltreppe kann man auf ihn hinaufsteigen. Oben befindet sich eine Informationstafel, die Positionen von Gipfeln und Orientierungpunkten in der Gegend zeigt. Von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht über den Schwarzwald und die Rheinebene. Bei klarer Sicht sieht man die Schwäbische Alb, die Vogesen und manchmal sogar die Alpen. Diese sind fast 200 Kilometer weit von der Hornisgrinde entfernt.

Der Bismarckturm auf der Hornisgrinde

Anfahrt

Um den Ausgangspunkt der beschriebenen Wanderung zu erreichen, fährt man nach Seebach. In Seebach angekommen sucht man den Friedhof, wo sich ein kleiner Parkplatz befindet. Seebach liegt von der Schwarzwaldhochstraße etwa acht Kilometer weit entfernt Richtung Westen. Möchte man nur vom Mummelsee aus auf den Gipfel der Hornisgrinde steigen, folgt man einfach der Schwarzwaldhochstraße bis zum Mummelsee.

Von Offenburg aus erreicht man Seebach oder den Mummelsee in etwa einer dreiviertel Stunde mit dem Auto. Von Freudenstadt aus dauert es etwa genauso lang.

Bei Seebach

Wenn du mehr von tollen Schwarzwaldbergen lesen möchtest, dann schau doch mal auf der Seite über das Herzogenhorn nach 🙂

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