Das Herzogenhorn ist ein Berg im südlichen Schwarzwald. Mit 1.415 Metern Höhe ist sein Gipfel nach dem Feldberg der zweithöchste des Schwarzwalds. Und damit auch der zweithöchste in ganz Deutschland außerhalb der Alpen. Vom höchsten Punkt des Herzogenhorns hat man eine spektakuläre Aussicht über den Schwarzwald, die Vogesen, die Schwäbische Alb und vor allem die Alpen. Das Alpenpanorama, das man vom Herzogenhorn aus bewundern kann, ist eines der besten, die man in Deutschland findet.

Blick über den Schwarzwald vom Herzogenhorn aus

Wandern auf das Herzogenhorn

Es ist nicht besonders schwierig, das Herzogenhorn zu Fuß zu erreichen. Wer nur auf den Gipfel will, kann das in gut einer Stunde schaffen. Darüber hinaus gibt es schönere Wanderwege, bei denen die Besteigung des Gipfels zwar etwas länger dauert, man aber noch an vielen weiteren tollen Stellen vorbeikommt. Das Herzogenhorn ist übrigens der höchste Schwarzwaldgipfel, der nur zu Fuß erreicht werden kann.

Überhaupt ist die ganze Region eine wunderbare Wandergegend. Wenn du dich für weitere Wanderungen in der Nähe des Herzogenhorns interessierst, ist der Rother Wanderführer Schwarzwald Süd (Affiliate-Link – was bedeutet das?) eine gute Empfehlung. Darin sind auch Wanderungen direkt am Herzogenhorn enthalten.

Von Menzenschwand aus

Ich entscheide mich für eine Wanderung von Menzenschwand aus auf den Gipfel des Herzogenhorns. Es ist eine Rundwanderung, die ich mal wieder bei hochschwarzwald.de gefunden habe.

Los gehts vom Parkplatz am Mösle-Skilift im Hinterdorf von Menzenschwand. Unter der Woche im Oktober ist hier nicht mehr besonders viel los. Ich stehe fast allein auf dem großen Parkplatz. Menzenschwand liegt wunderschön in einem Tal, es ist still hier. Über eine sonnige Wiese gehe ich, erreiche dann das nach links führende Krunkelbachtal. Der Krunkelbach rauscht und der Schwarzwald zeigt sich in seiner vollendeten Schönheit. Ich folge dem Krunkelbach und bald sehe ich vor mir das Herzogenhorn mit seinem kahlen Gipfel. Kahl ist der Gipfel übrigens nicht, weil das Herzogenhorn über die Waldgrenze hinausragt. Denn die Waldgrenze läge in dieser Gegend hier bei etwa 1.700 Metern Höhe. Stattdessen ist der kahle Gipfel menschengemacht.

Am Ende des Krunkelbachtals geht es steil hinauf durch den Wald. Nach einer anstrengenden halben Stunde durchquere ich Heidelandschaft und weiteren Wald und gehe dem Gipfel entgegen. Von hier aus ist immer wieder die bewirtschaftete Krunkelbachhütte zu sehen. Die weiten Wiesen sehen so gemütlich aus, dass ich mich auf eine Bank setze und sie einfach nur anschaue. Die letzten Meter führt der Pfad dann schließlich über eine herrliche Wiese nochmal steil nach oben. Zwischen den Bäumen sind bereits die Alpen zu sehen. Ich freue mich auf die Aussicht. Nach knapp zwei Stunden erreiche ich das Gipfelkreuz auf dem Herzogenhorn, an dem es sogar ein Gipfelbuch gibt.

Außerdem sind dort oben überall Bänke und Liegestühle aufgestellt. Man kann sich hinlegen und in die Ferne schauen. Gemüüüütlich!

Der Abstieg geht vorbei am Leistungszentrum Herzogenhorn. Dort gibt es ein Restaurant, Übernachtungsmöglichkeiten und Sportangebote. Der Weg schlängelt sich über schöne Hochschwarzwald-Wiesen und ist angenehm zu gehen. Dann erreiche ich das Skigebiet des benachbarten Feldbergs und es beginnt der unschöne Teil der Wanderung. Zwischen Skiliften und Schneekanonen hindurch steige ich hinunter zum Ort Feldberg. Der ist dann die Krönung des ganzen mit seiner Wintersport-Ballermann-Atmosphäre. Schnell weg. Zum Glück geht es gleich nach Feldberg durch das Tal der Menzenschwander Alb zurück nach Menzenschwand. Dort ist der Wanderweg wieder richtig schön.

Schöner Abschluss: die Menzenschwander Wasserfälle.

Landschaft beim Aufstieg zum Herzogenhorn

Von Feldberg aus

Von Feldberg-Dorf aus erreicht man den Gipfel des Herzogenhorns vom Norden her relativ schnell. Nur etwa eine Stunde dauert es von dort aus. Der Weg geht wie oben beschrieben, nur eben anders herum. Zunächst zwischen den Skiliften und Schneekanonen nach oben und dann über schöne Wiesen bis zum höchsten Punkt.

Von Bernau aus

Ein weiterer Weg führt vom Süden her von Bernau aus auf den Gipfel. Auch von dort ist es in gut einer Stunde zu schaffen. Eine wie ich finde schöne Beschreibung von einem Aufstieg auf dieser Route findet sich bei takkiwrites.com.

Großartiges Alpenpanorama

Der Blick vom Herzogenhorn aus ist bei guter Sicht spektakulär. Ich habe Glück. Heute ist die Fernsicht gut. Maximal kann man auf der Erde bei besten Verhältnissen etwa 200 Kilometer weit sehen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 300 Kilometer weit. Ich sehe von hier oben heute wunderbar das ganze Alpenpanorama. Vor mir liegt das Berner Oberland in der Schweiz mit den Bergen Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Jungfrau ist 4.158 Meter hoch und vom Herzogenhorn etwa 150 Kilometer entfernt. Ein wahnsinns Anblick. Etwas weiter links ist das Finsteraarhorn zu sehen mit 4.274 Metern Höhe. Ein unheimlicher Name für einen tollen Berg. Ich bin beeindruckt, muss unbedingt bald mal wieder näher dorthin. Noch etwas weiter links ist der 3.614 Meter hohe Tödi zu sehen.

Doch nicht nur die Alpen breiten sich unter dem Herzogenhorn aus. Auch den Schwarzwald kann man herrlich betrachten von hier oben. Der direkt benachbarte Feldberg ist zu sehen, weiter links der Belchen, immerhin der dritthöchste Berg des Schwarzwaldes. Hinter den Windrädern liegt Freiburg am Rande des Rheintals, auf dessen anderer Seite die Vogesen zu sehen sind. In die andere Richtung ist die Schwäbische Alb zu erkennen. Und ein Stück weiter südlich sogar der Hegau. Vor mir liegt das Bernauer Tal. Weiter hinten das Tal des Hochrheins und die Hügel der Voralpen. An noch klareren Tagen soll die Sicht sogar bis zur Zugspitze im Osten und zum Mont Blanc im Westen reichen. Ein grandioses Schauspiel. Ich kann nicht genug davon bekommen.

Für die Interessierten befindet sich auf dem Gipfel des Herzogenhorns eine Tafel, auf der das Alpenpanorama mit Legende nochmal aufgemalt ist. So kann man nachschauen, welcher Berg wie heißt und in welche Richtung man schaut.

Alpen vom Herzogenhorn aus

Im Winter

Die ganze Gegend um das Herzogenhorn und den Feldberg herum ist Skigebiet. Zahlreiche Lifte verschandeln die Landschaft. Ich möchte gar nicht genau wissen, wie das hier im Winter aussieht. Naja, wers mag. Etwas freundlicher sehen die Langlaufloipen in der Nähe des Leistungszentrums Herzogenhorn aus. Auch im Sommer sieht man, wie sich die Spuren durch die Wiesen ziehen. Es ist bestimmt schön, hier oben im Winter ein paar Runden auf den Langlauf-Skiern zu drehen. Ich werde mir überlegen, ob ich hierher mal zum Schneewandern komme. Die Sicht auf das Alpenpanorama ist vielleicht noch besser.

Die Menzenschwander Wasserfälle

In der Nähe von meinem Ausgangspunkt zur Wanderung zum Herzogenhorn befinden sich die Menzenschwander Wasserfälle. Nur etwa einen Kilometer nördlich des Parkplatzes am Mösle-Skilift. Der Bach bildet hier eine kleine Schlucht. Mehrere Wasserfälle stürzen sich mehr oder weniger eindrucksvoll die Felsen hinunter. Wirklich ganz schön. Durch die Schlucht wurden Brücken und Treppen konstruiert, sodass das Betrachten des Naturschauspiels bequem möglich ist. In den Sommermonaten werden die Wasserfälle an mehreren Abenden die Woche sogar beleuchtet.

Menzenschwander Wasserfälle

Anfahrt zum Herzogenhorn

Sowohl von Freiburg im Breisgau als auch von Donaueschingen aus erreicht man Menzenschwand in etwa einer Stunde Fahrt mit dem Auto. Von Titisee-Neustadt aus ist es noch etwa eine halbe Stunde mit dem Auto. Der Ort Schluchsee am Schluchsee liegt ungefähr eine viertel Stunde von Menzenschwand entfernt. Die Straßen nach Menzenschwand sind gut ausgebaut, Parkplätze ausreichend vorhanden. Leider ist die Bundesstraße B31 zwischen Freiburg und Donaueschingen sehr unangenehm zu befahren. Viel Verkehr und unangenehme Streckenführung machen die Fahrt zum Herzogenhorn zu einem nicht besonders erfreulichen Erlebnis.

Umso schöner ist dann das letzte Stück abseits der B31 durch die Berge des Hochschwarzwaldes. Hier wird man für seine Mühen belohnt und kommt durch wunderschöne Landschaft und malerische Dörfer. Schwarzwald aus dem Bilderbuch.

Etwas angenehmer ist die Anfahrt zum Herzogenhorn von Waldshut-Tiengen an der Schweizer Grenze aus über Grafenhausen. Schöne Aussichten über den Schwarzwald und das Ufer des Schluchsees machen diese Route interessant. Hier ist auch deutlich weniger Verkehr.

Update

Ich bin ja schon eine Weile lang auf der Suche nach einem Weg, von zu Hause aus zu überprüfen, wie gut die Fernsicht ist. Ich möchte wissen, wie gut die Alpen aus großer Entfernung zu sehen sind. Eine Möglichkeit scheint mir die Säntis-Webcam zu sein. Auf dem 2.502 Meter hohen Gipfel steht eine 360-Grad-Webcam. Sieht man vom Säntis aus in die weite Ferne, sollte das ja auch anders herum möglich sein. Die Webcam ist unter folgendem Link zu finden: saentisbahn.ch/schwebebahn/webcam-und-wetter/.

2 thoughts

  1. Vielen Dank für die Erwähnung zu meinem Herzogenhorn-Bericht. Eine Korrektur muss ich jedoch anmerken: Das Herzogenhorn ist zwar der zweithöchste Gipfel im Schwarzwald, allerdings nicht der zweithöchste in Deutschland.

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