Der Friedhof der Namenlosen liegt etwas außerhalb von Wien und seine düstere Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen, deshalb möchte ich den Ort unbedingt besuchen, während ich mich dieses Mal in Wien befinde. Während ich also auf meine Schwester warte, die erst am nächsten Tag eintreffen wird, habe ich mich im Social-Business-Hotel Magda eingerichtet und vertreibe mir die Zeit unter anderem (Besuch im Prater, Bier trinken in der Straße mit dem Namen eines berühmten Physikers) mit einer Wanderung in die äußersten Randbezirke der österreichischen Hauptstadt.

Friedhof der Namenlosen in Wien

Weg zum Friedhof der Namenlosen

Der Friedhof der Namenlosen ist mein Ziel, von dem ich als erstes in einer Dokumentation des schweizer Fernsehens gehört habe und später noch in einem Buch über die Donau von Claudio Margis (Donau: Biographie eines Flusses). Nun, weiß der Geier, warum ausgerechnet dort hin, jedenfalls mache ich mich auf den Weg mit einem Stück Gebäck und einem Kaffee über die Donauinsel in Richtung Osten und verstehe bald, was mein Lieblingsmotiv an diesem Tag wird. Brücken. Vor allem Brücken über die Donau.

Friedhof der Namenlosen in Wien

Friedhof der Namenlosen in Wien

Nach drei Stunden zu Fuß werde ich langsam ein wenig ungeduldig. Ich habe Durst, meine Füße tun weh und ich will lieber wieder in der Stadt sein und dort irgendwas gucken. Aber aufgeben ist auch Scheiße. Habe ich mich verlaufen oder bin ich zuweit gegangen? Ach, keine Ahnung, ich geh‘ einfach weiter. Und schließlich habe ich Glück. Auf einem Verkehrsschild sehe ich die Richtung zum Friedhof der Namenlosen. Noch ein paar Hundert Meter an gigantischen Getreidespeichern vorbei, iranische LKW überall und Getreidestaub.

Friedhof der Namenlosen in Wien

Endlich am Friedhof der Namenlosen

Der Friedhof der Namenlosen – eine kleine Oase im industriellen Lärm des Wiener Donauhafens. An den Gräbern steht tatsächlich überall Namenlos. Jahrzehntelang wurden hier die Toten begraben, die teilweise nicht identifiziert regelmäßig von der Donau an stets der selben Stelle angespült wurden. Namenlose. Traurige Geschichten. Das Kreischen der Maschinen dringt zwischen den Bäumen hindurch.

Friedhof der Namenlosen in Wien

Ich mache mich auf den Rückweg. Freue mich auf die Stadt. Damit ich mich noch mehr freue, hole ich mir am Imbiss Donauweibchen am Freudenauer Hafen ein kühles Bier. Die Hitze ist fast unerträglich, das Bier eins der besten, das ich je getrunken habe. Über den Namen des Imbiss‘ denke ich lieber nicht zu viel nach.

Und hier ungefähr findest Du den Friedhof der Namenlosen in Wien. Und wenn Dich außerdem interessiert, durch welche Länder die Donau auf ihrem Weg in Richtung des Schwarzen Meers fließt, schau hier nach.

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