Der Kameramörder von Thomas Glavinic in meiner Reiseliteratur-Buchkritik: Der Text auf der Rückseite beschreibt Thomas Glavinics Der Kameramörder a) als Kriminalroman und b) über die gefährliche Macht des Fernsehens. Beides ist falsch. Der Kameramörder ist eine präzise Schilderung der menschlichen Verlogenheit.

Die Absurdität des analytisch-nüchternen Protokollierens jedes Details des Wochenendes zweier befreundeter Paare in einem Haus in Österreich bringt eine*n zum Lachen und lässt eine*n schaudern. Der makabere Mord an zwei Kindern, der kurz zuvor in der Nähe verübt wurde, zeigt bald, dass er sich auf die beschauliche Viersamkeit in unschöner Art und Weise auswirken wird.

So sind wir also. Älter geworden, sexistisch und so gelangweilt von unserem in Pärchenkonventionen zementierten kleinbürgerlichen, auf uns selbst konzentrierten Leben, dass wir ein furchtbares Ereignis brauchen, um nicht völlig verrückt zu werden. Da macht es auch nichts, wenn sich die Geschichte ab und an etwas in die Länge zieht. Daumen hoch.

Und dort gibt es das Buch: Der Kameramörder von Thomas Glavinic (Affiliate-Link – was bedeutet das?)

Seiten: 260
Erscheinungsjahr: 2006

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.